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Angela Andorrer – Monica C. LoCascio
BackTending Nature prasentiert textil- und naturbasierte Arbeiten beider KunstlerInnen, die ihre Beziehung zu den Organismen, mit denen sie zusammenarbeiten, untersuchen und gleichzeitig hinterfragen, was es bedeutet, sich um die Umwelt zu ,kummern . Wahrend Andorrer Baumblatter, die teils von Parasiten zersetzt sind, mit Farbe, Garn und Perlenstickerei repariert und erganzt, hakelt LoCascio organahnliche Skulpturen aus gefundenen Schnuren und bestickt Textilien, die in Zusammenarbeit mit Bakterien entstanden sind. Mit ihren Werken wurdigen beide KunstlerInnen die Aktivitat von Organismen, die fur die Okologie unverzichtbar sind: Bei Andorrer sind sie verganglich, jedoch uberlebenswichtig fur uns infolge der Sauerstoffproduktion, bei LoCascio werden die Organismen trotz ihrer symbiotischen Beziehung zu uns allgemein als unwichtig oder sogar gefahrlich eingestuft.
Angela Andorrer, eine in Wien ansassige geburtige Kanadierin, sammelt Pflanzenblatter, die teils von Blattparasiten beschadigt oder zerfressen sind. Indem sie die Blatter mit Farbe, Garn und Perlen bemalt und bestickt fuhrt sie die Arbeit der Parasiten fort. In den Blattformen sieht sie Landschaften und verlorene, antike Karten, die sie vor dem Zerfall bewahrt. Gebrochene Aste werden geschient, gerissene Haute genaht in einem absurden Versuch die Natur zu heilen. Ihre Blattscapes dienen auch als Aktions - Objekte in Fotografien, Videos und in Performances. In einsamen Landschaften entstehen Portrats von Blatt - Objekten und von nackten Menschenkorpern, die sich hinter riesigen Blattern zu verstecken scheinen und besonders kleine, fragile Blatter hebt sie in den Kontext des Magischen und inszeniert sie ahnlich Reliquien. Die fertigen Blattscapes setzt die Kunstlerin in Objektkasten hinter Glas, so werden sie ahnlich wie zerbrechliche Schmetterlinge oder Kafer zur Schau gestellt. (Suddeutsche Zeitung)
Monica C. LoCascios Serie Specimens, Ancestors and Guts (Proben, Vorfahren und Eingeweide) reprasentiert ihre laufende Forschung uber endosymbiotische Evolution und epigenetisches Gedachtnis. Die gehakelten Arbeiten verwandeln alte und gefundene Schnure und Garne (idealerweise aus den Sammlungen Verstorbener) in Werke, die an symbiotische Organismen und menschliche Organe wie Flechten, Lungen und Plazentas erinnern. Die Stickereien verwenden ebenfalls wiederverwertete Kordeln, bestehen aber aus fermentiertem veganem Leder (Bacterial Cellulose aka SCOBYs), das von der Kunstlerin gezuchtet wird. Sie dienen als Meditationen uber die porose Grenze des Selbst - was ist mein und ich , wenn der menschliche Korper mehr bakterielle DNA als menschliche ist? Was konnen wir von der symbiotischen Natur unserer alten Evolutionsgeschichte lernen?
Artists
All
2023
2024
2025
Editions 2024
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